Schüchtern, also blöd

Es gibt sehr viele Situationen in denen ich schüchtern reagiere. Also extrem schüchtern. Im Grunde genommen nur “anfänglich” schüchtern, denn sobald ich eine Person auch nur ein bisschen näher kenne/ kennengelernt habe, legt sich diese Befangenheit von selbst. Ja, werden jetzt einige von Euch einwenden, da hast du ein Problem. Ja, richtig, stimmt. Und ein sehr großes eigentlich auch. Denn durch diese Anfangsschüchternheit ist es für mich nicht leicht, andere Menschen kennen zu lernen. Kennenlernen funktioniert ja meist über körperliche Signale, zumindest ein Blick oder ein Lächeln, irgendetwas, was für andere interessant sein könnte, oder auch ein Grund, dass sie mich ansprechen. Weil ich bin ja so ein “shy boy” bin. Hmm, sicher bin ich irgendwie unschlagbar in Anblicken und Lächeln … aber alles was dann folgt … bzw. folgen sollte. Natürlich warte ich, dass mich jemand anspricht. Das wäre ideal. Also ich blicke, so intensiv ich kann und erhalte dann umgehend, ebenso intensiv ein Kommunikationsangebot.  Aber so läuft das eben nun mal nicht, weder sozial noch sozialpsychologisch …und schon gar nicht individualpsychologisch …man könnte jetzt 1000 pschos und 1000 “logos” draus machen. Tatsache ist und bleibt eben mein *Manko* auf diesem Gebiet.
Früher hat man schüchterne Leute ja als blöd bezeichnet … also “ Das ist aber ein sehr blöder Mensch” hätte dann nichts anderes bedeutet als “ das ist aber ein sehr schüchterner Mensch”  Demnach würde ich mich sogar als ur_blöd bezeichnen wollen.
Nur wie gehe ich damit um ? In Zukunft. Es gab mal eine ganz kurze Phase (ein paar Wochen nach der Trennung ; die Latino_Queen (wer sich erinnert) oder auch ein, zwei andere Begegnungen, bei denen ich meine “anfängliche” Schüchternheit überwinden konnte, und den ersten Schritt gemacht habe). Einmal hab ich sogar eine “Lesende” angesprochen, sie war in ein Buch von Orhan Pamuk vertieft, naja, war irgendwie ideal, als Buchhändler/Antiquar kennt man natürlich einige literarische Tüpen …wenn auch nur dem Namen nach … das hat den Einstieg enorm erleichtert ….
Ein anderes Mal habe ich mich einen ganzen Abend mit einer Malerin unterhalten (davon werde ich noch an anderer Stelle berichten, muss mir nur einen entsprechenden Hinweis in meinem mentalen Gedächtniskasten hinterlassen) …und es war fantastisch, obwohl ich überhaupt nichts von Kunst verstehe …
Hmm, es hab also Momente in der Vergangenheit, in denen ich nicht schüchtern war. Sicherlich angetrieben von der Angst “allein sein” zu müssen, alles verloren zu haben, weder Zukunft noch Gegenwart zu besitzen  …. also sehr eigennützige Gedanken, die mich dazu bewogen haben, aus diesem System der “inneren” Blockade auszubrechen. Zur Zeit stehe ich jedoch wieder am Anfang, bei Null, wahrscheinlich noch etwas  weiter als vom Anfang ( absurde Formulierung, ich weiß) entfernt …
Wer weiß ob es mir demnächst gelingt, ein paar Schritte in die richtige (?) Richtung zu unternehmen …
Das größte Hindernis ist dabei immer wieder der Kopf … dieses Monstrum, das falsche Signale liefert, das mich ständig in die Irre führen will ( diese Stimme in meinem Gehirn: “Nein, tu es nicht ! Bloß nicht ! Denk nach verdammt !” …)  …und mich in meinen Handlungen stoppt …
Naja, es ist jetzt kurz nach 7.00 morgens, ein neuer Tag auf alle Fälle der anbricht …und mal sehen, was so alles geschieht oder nicht geschieht .. oder inwieweit ich Dinge geschehen lassen kann …

Was ich gehört habe ? Franz Ferdinand _ *Lucid Dreams* und dies und das

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