unconditional …

Da ich gestern schon über die Liebe geschrieben habe, oder immerhin versucht habe, mir Gedanken darüber zu machen, in etwas lyrischer und vielleicht auch seltsamer Form, möchte ich das heute fortführen. Diesmal textlich  hoffentlich etwas verständlicher. Aber geht das überhaupt ? Verständlich über die Liebe zu schreiben ? Über dieses Mysterium, das bei jedem Menschen anders ist, andere Gefühle und dann auch Entscheidungen nach sich zieht …
In letzter Zeit lese ich ja wieder etwas mehr. Bücher von Frauen, über spezielle Frauenthemen. Auch hier gibt es sicher verschiedene Perspektiven, denn was ist ein typisches Frauenthema, gibt es so was überhaupt ? Oder will ich nur wieder kategorisieren ? Brauche ich doch diese verhassten Schubladen, um etwas einordnen zu können ? Wahrscheinlich ja und nein. Schubladen sind ja immer hilfreich, wenn es darum geht, schnell etwas gedanklich einzugliedern. Andererseits sind es aber gerade diese Schubladen, aus denen dann Vorurteile entspringen. Und in welche Schublade würde ich Liebe einsortieren ? Oder ist Liebe nicht schon der allumfassende Begriff, ultimativ und nicht mehr zu toppen ? Und was verbinde ich mit Liebe ? Letzten Endes wieder sehr viele Fragen, auf die ich nur teilweise eine Antwort weiß. Hass könnte ich dann schon eher definieren und abgrenzen. Hass ist sozusagen das Gegenstück der Liebe. Wenn man hasst, existiert die Liebe nicht mehr. Hass ist immer exklusiv und in manchen Fällen auch nicht mehr rückgängig zu machen. Hass hat etwas Absolutes, auch etwas Brutales, darin gleicht er natürlich irgendwo der Liebe. Nur dass Liebe (vielleicht bloß anfänglich) etwas “brutal” Ehrliches hat, eine  radikale Bedingungslosigkeit, ein Nichts_In_Frage_stellen …ein durchs Feuer und durch tausend brennende Reifen springen …

Eine weitere Frage, die sich daraus ergibt: Kann man etwas hassen, was man einmal geliebt hat ? Eine Frage, die nur subjektiv beantwortet werden kann … Alice z.B. … jemand, den ich lange kenne und geliebt habe … könnte ich sie jemals hassen ? Manchmal gibt es Tage, an denen ich sie nicht verstehe, weder ihre Handlungen, noch das, was sie sagt. Tage, an denen wir eine andere Sprache sprechen und sie mir total fremd ist. Ihre Worte an mir sinnentleert vorbeirauschen, sie auch nichts Schönes mehr hat, nichts Begehrenswertes … Tage, an denen sie leer erscheint , Lichtjahre entfernt, unerreichbar eben … …Tage, die auch nicht mit ehemaliger Liebe zu füllen sind. Und ja, es gibt Momente, in denen ich wütend auf sie bin, auf ihre mir entgegengebrachte Gleichgültigkeit, ihr herausforderndes Schweigen oder ihre allgemein abweisende Art …aber hassen könnte ich sie nie, das weiß ich … nur sie irgendwann nur noch als Sterbliche, und nicht mehr “Halbgöttin” betrachten …
Und gleich eine damit zusammenhängende Frage: Kann Alice und das Gefühl, das ich für sie habe jemals ersetzt werden ? Wann, wie und durch wen ? Wer wird mich befreien ? Kann ich mich noch mal BEDINGUNGSLOS verlieben ? Oder werde ich immer diese schrecklichschöne Vergangenheit wie eine nicht heilen wollende Wunde in mir tragen, für jede/n leicht erkennbar …

Aber ich liebe …auch jetzt … nur ist diese Liebe eben auch mit Trauer und grenzenloser Melancholie verbunden … mit Zweifeln an mir und an der Person, die mich zu lieben wagt … ja, es ist sicher ein Wagnis, mich mit mir einzulassen …meine depressiven, manchmal auch manisch-depressiven Schübe mitzuerleben … manchmal wünsche ich mir, ich könnte allein glücklich werden … ohne jemanden zu *brauchen* , um ihn dann irgendwann doch zu miss_brauchen … davor habe ich am meisten Angst …. dass meine neu empfundene Liebe nicht ausreicht, um die Vergangenheit ausreichend ausblenden,  überblenden zu können … ich es nur ein Stück weit schaffe, mich neu zu verlieben …nicht die volle Distanz  … vorher aufgebe, mich zurückziehe, schweige … wieder diese dunkle Seite Besitz von mir ergreift und ich mich diesen Kräften willenlos ausliefere…

Dabei wäre alles so einfach …vor langer Zeit hat mir jemand mal geschrieben, dass es 1000 verschiedene Arten von Liebe gibt, nur nennt man das dann vielleicht nicht so … dass also Liebe trotz aller damit verbundenen Exklusivität  auch noch andere Menschen einbeziehen kann …von daher gesehen bin ich vielleicht doch nicht so allein … so lange es immer noch Menschen gibt, die mich zumindest mögen, die mir schreiben, sich irgendwie immer auf eine Unterhaltung mit mir einlassen und mich seelisch aufrichten …

Um diesen Post zum Schluss noch eine etwas andere Nuance zu verleihen, und weil ich ja auch noch nichts über die gelesenen Bücher geschrieben habe, hier ein (weiteres) Zitat aus einem dieser Romane:  “Schlaflos” von M.J. Hyland. Ein Buch, das ich übrigens nur weiterempfehlen kann:

“ Es ist immer traurig, wenn zwei Menschen im gleichen Augenblick das gleiche denken und keiner einen Weg findet, es auszusprechen.”

Was ich gehört habe ?  Jamie Cullum “These are the days”

Liebe ist …

… außerweltlich und unteilbar

… der Absolutismus zweier Herzen

… der Rest, der immer bleiben wird

… das schönste Sicherheitsrisiko

… ein Haupt- mit vielen Nebensätzen

… ein immer wieder neu zu komponierender  Lovesong

( to be continued)

Was ich gehört habe ? Diam´s „Ma souffrance“

Belle …

and Sebastian

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