Alice hatte einen Unfall. Nichts wirklich Schlimmes. Sie ist während einer Fahrradtour von ihrem Bike gestürzt und hat sich dabei beide Handinnenflächen aufgeschürft. Aufgeschürft ist vielleicht das falsche Wort, immerhin sieht es sehr blutig und schmerzhaft aus.
Normalerweise hätte ich heute in unserer ehemaligen, gemeinsamen Wohnung übernachten sollen. Alice hätte nämlich Nachtdienst gehabt. Da sie mich aber telefonisch nicht erreichen konnte, um von ihrem Unfall und ihrer Krankschreibung zu berichten, kam ich total unvorbereitet bei ihr an. Sie lag im Bett, vollkommen blass und beide Hände in schneeweißem Verband, ihre Augen starrten mich müde an. Es sah so aus, als hätte sie versucht, sich das Leben zu nehmen. Pulsadernaufschneiden war so mein erster Gedanke. Aber dann würde sie nicht zu Hause, sondern im Krankenhaus liegen. Es war wirklich ein sehr dummer, absurder Gedanke. Denn so was würde sie trotz aller Verzweiflung nie machen. Sie hängt zu sehr am Leben.
Jedenfalls war dadurch meine Anwesenheit nicht mehr dringend erforderlich. Ich darf heute in meiner eigenen Wohnung schlafen, besuche sie und die Kinder aber morgen . Denn Alice darf ihre Händen so wenig wie möglich belasten. Autofahren und schwere Einkaufstüten tragen geht z. B. überhaupt nicht.
Heute hat sie vor lauter Mutlosigkeit angefangen zu weinen, und ich hab versucht, sie zu trösten. So gut es eben ein Noch_EX_Mann (ihre Worte) schafft, eine Noch_EX_Frau zu beruhigen…
Was ich gehört habe ? Little Boots “Meddle”
